Der Schwarze Tod – eine informative Wanderung auf den Spuren der Pest
„In ganz Europa breitete sich die Pest ab 1348 rasch über Handelswege und wandernde Bevölkerungsgruppen aus. Auch in unserer Region forderte der „Schwarze Tod“ zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert zahlreiche Opfer. Ganze Dörfer wurden entvölkert, Felder blieben unbestellt und die soziale Ordnung geriet ins Wanken. In Chroniken aus Simmern oder Kirchberg finden sich Hinweise auf Massengräber und Notmaßnahmen, etwa das Abriegeln ganzer Gemeinden. Auch in späteren Jahrhunderten, besonders während der Pestwellen des 17. Jahrhunderts, kehrte die Seuche mehrmals zurück. Diese Erfahrungen prägten das kollektive Gedächtnis der Region tief – noch heute erinnern Flurnamen wie „Pestwiese“ oder alte Steinkreuze an die Schicksale jener Zeit. In einer kleinen Wanderung mit Referentin Ria Stein wollen wir diesen Ereignissen nachspüren.“
Nachbericht (von Gerd und Monika)
Auf den Spuren des „Schwarzen Todes“: Zeitreise durch das historische Stromberg
Stromberg, 03.05.2026
Am vergangenen Sonntag lud das Heimatmuseum Stromberg zu einer außergewöhnlichen Exkursion ein. Unter dem Titel „Der Schwarze Tod – eine informative Wanderung auf den Spuren der Pest“ führte die Berliner Lektorin Ria Stein fast 60 interessierte Teilnehmer durch die bewegte Geschichte der Region. Die gebürtige Strombergerin verknüpfte dabei profundes Hintergrundwissen mit den lokalen Geschehnissen und nahm die Gruppe mit auf eine sieben Stationen umfassende Zeitreise, die durch die Stromberger Klamm bis zu den Ruinen der Peterskirche führte.
Ria Stein beleuchtete eindrucksvoll die medizinischen und sozialen Aspekte der Pandemie. Von der Identifizierung des Bakteriums Yersinia pestis bis hin zu den verheerenden Auswirkungen der Beulen- und Lungenpest in der Region: Die Teilnehmer erfuhren unter anderem, dass Kreuznach im Jahr 1666 über die Hälfte seiner Einwohner verlor. Besonders bewegend waren die Schilderungen über das „Schindeldorf“, eine mittelalterliche Siedlung, die vermutlich infolge von Seuchen und wirtschaftlicher Not zur Wüstung wurde.
An Stationen wie der ehemaligen Stephanskapelle und der katholischen Kirche wurde die Verzweiflung der Menschen greifbar. Stein erklärte die Rolle von Pestheiligen wie St. Rochus und St. Sebastian sowie die düstere Tradition der Judenpogrome, bei denen den jüdischen Gemeinden fälschlicherweise die Brunnenvergiftung vorgeworfen wurde – eine Brücke, die die Referentin bis in die Neuzeit zu den Stolpersteinen der Familie Jungblut schlug.
Nach der zweistündigen Wanderung konnten die Teilnehmer ihre Energievorräte wieder füllen, nachdem Wanderung und Vorträge diese stark beansprucht hatten. Das Team des Heimatmuseums verköstigte sie vor dem Museum bei bestem Wetter mit Kaffee und Kuchen. Die Resonanz war positiv – ein gelungener Tag, der zeigte, wie lebendig und mahnend Geschichte vor der eigenen Haustür sein kann. Das Museumsteam erwägt sogar eine Wiederholung der Führung, damit auch diejenigen Interessierten teilnehmen können, denen wegen der beschränkten Kapazität abgesagt werden musste.
Bildergalerie (Copyright Gerd)












Veranstaltungsdaten:
Wann: Sonntag, 03.05.2026 um 13.00 Uhr
Treffpunkt: Start am Heimatmuseum Stromberg, Gerbereistr. 20
Dauer der Wanderung: ca. 90 Minuten
Ausklang: Bei Kaffee und Kuchen im Museum
Teilnahmegebühr: auf Spendenbasis
Anmeldung gewünscht: über info@heimatmuseum-stromberg.de oder telefonisch unter 06724 6447 (Anrufbeantworter – bitte draufsprechen. AB wird zu den Museums-Öffnungszeiten abgehört.)
Wichtig: Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung
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Zur Steigerung der Vorfreude werfen Sie doch schon einmal einen Blick auf die letzte Wanderung mit Ria Stein.


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